Nachtkrapp

Ich gehe mit meinem Hund und meinem Fuchs Richtung Wald. Der Wald kommt nicht näher, nur seine Geräusche dringen deutlicher an unsere Ohren. Ein schrilles Pfeifen und Knacken umfängt uns, hüllt uns ein. Wir hören die schlagende Nachtigall und die Eichkätzchen. Doch der Wald tanzt noch immer in strenger Ferne, er will sich nicht betreten lassen.

In ebendem Augenblick, da ich das denke, umgibt er uns aber schon, umkreist uns, schließt seine Tore und wir sind die Gefangenen. Und es sind alles Birken um uns herum. Graue und gestreifte Birkenstämme, die da unbeirrt tanzen.

Nur eine einzige Sekunde wundere ich mich, dann richtet sich meine Aufmerksamkeit auf das Bett schillernden Mooses zu meinen Füßen. Heißer Nebel steigt daraus empor. Sowie er aus dem Boden dringt, ist er lebendig. Als er mir aber bis zur Brust reicht, ist er mausetot. Die Birken beugen sich im Dreivierteltakt nach links und rechts, sie schunkeln wie gehängte Verbrecher im Abendwind. Doch der Nebel lastet steif und schwer auf der Erdoberfläche. Zäh wie Baumharz.

Ich will weitergehen, doch meine Widerstandsfläche ist zu groß.

„Bei Isis“, spricht der Hund. „Bei Osiris“, spricht der Fuchs.

Ich lasse mich auf alle Viere nieder und gleite an der Seite meiner Tiere durch den Nebel. Dann erreichen wir das Ufer des gewaltigen Stromes. (S.379-380)

 

 



Das verfluchte Jungfernloch



Das Mirabellenmädchen



Die heilige Nakusa



Das Götterwei



Prinz Wagehals



Der König und die Nixe